Montag, 15. Januar 2018

Interaktive Romane

Hallo!

Habt ihr eigentlich schon mal von interaktiven Romanen gehört? Ich habe diese Bücher immer nur am Rande wahrgenommen, aber erst vor Kurzem das erste dieser Art gelesen. 

Früher fand ich den Gedanken komisch, dass ich am Ende jeder Szene selbst wählen soll, was als nächstes geschieht. Doch jetzt, als jemand, der selbst schreibt, entwickele ich eher sowas wie einen gewaltigen Respekt vor diesen Büchern. 

Denn seien wir doch mal ehrlich: Es ist schon verdammt schwer, eine einzige Geschichte ohne logische Lücken und Fehler zu erzählen. Da erscheint es mir fast unmöglich, gleich mehrere Geschichten in einem Buch zu verpacken - erst recht, wenn unter Umständen zwei Wege zur gleichen Szene führen. 

Nun ist es aber so, dass ich sogar jemanden kenne, der solche komplizierten Dinge schreibt: Attila Beno
Und durch ihn gelangte also das erste interaktive eBook in meine Hände.twitt Eigentlich ist es eine Kurzgeschichte von 9000 Wörtern, aber durch all die Varianten ist der ganze Text viel länger.



Und eins sage ich euch: Wenn man wie ich immer gern weiß, wie viel vom Buch noch übrig ist, dann sind solche interaktiven Dinger echt gewöhnungsbedürftig, weil man von Szene zu Szene springt und dabei natürlich viel überspringt aber manchmal auch wieder Seiten weiter vorne im Buch lesen soll. 
Und was auch komisch sein dürfte: Wenn man sich mit jemandem unterhält, der das gleiche Buch gelesen hat, dann ist es unwahrscheinlich, dass beide die gleiche Geschichte gelesen haben. 

Um sich mal an dieses Genre ranzutrauen, sind Attilas Geschichten daher wirklich super - denn sie sind eher kurz gehalten und haben mich nicht nur ein Mal zum Lachen gebracht. Allein schon der Vorspann überzeugte mich: 

"It took a while to write this book. So please try to keep our hero alive." (The Secret of the Lakesid Mansion*)

Übrigens - ich kann euch auch sagen, was so schwer daran war, die Geschichte(n) zu schreiben: Da es das Buch auch in gedruckter Form gibt, wollte er, dass jede Szene eine Seite lang ist. Und wer selbst schreibt, weiß, dass es schwer ist, eine Handlung auf eine vorgegebene Länger runterzubrechen oder zu strecken. Und wie gesagt - da stecken viele einzelne Geschichten drin, die alle zusammenpassen müssen. 

Das Buch ist zwar auf Englisch verfasst, aber wirklich leicht zu lesen. Bestimmt ideal für alle, die nicht allzu du fit in der Sprache sind. Und der Bonus, wenn man das eBook liest: Der Reader hat ein Wörterbuch, sodass man nichts selbst nachschlagen muss. 

Aber ob ich nun in Zukunft öfter solche Bücher lesen werde, weiß ich nicht. Denn es war schon etwas enttäuschend , als die Geschichte ziemlich plötzlich endete und ich das Geheimnis des Hauses nicht erfahren habe. (Attila meint, ich hätte das einzige nicht so gute Ende der Geschichte gefunden - also vielleicht lese ich sie noch mal und dann anders.)

Und: Was haltet ihr von interaktiven Romanen? Könntet ihr euch vorstellen, sowas selbst zu schreiben? Also ich kann das nicht - ich kämpfe schon damit, mehrere Perspektiven in einem Buch unterzubringen.

Kommentare:

  1. Ich finde es eine interessante Idee oder ist das nur ein neuer Name für so etwas wie "Die Insel der 1000 Gefahren"? Die fande ich früher cool. Selbst schreiben könnte ich mir vorstellen. Ich habe es oft genug, dass ich eine Szene schreibe, aber am Ende ein anderes Ergebnis da steht als geplant, weil mir unter dem Schreiben eine bessere Fortführung kam.

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    1. Die Insel der 1000 Gefahren kenne ich nicht - aber anscheinend ist die Idee wirklich schon älter.
      Aber mir geht es beim Schreiben wie dir: Da hält sich keine Figur an den Plan (und der Autor auch nicht! ;)).

      Liebe Grüße

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