Dienstag, 20. Februar 2018

Das Schreiben verändert das Lesen!


Hallo ihr Lieben!



Als ich anfing, viel zu schreiben (also mehr als 2 Kurzgeschichten im Jahr), habe ich mich natürlich auch damit auseinandergesetzt, wie das mit der Veröffentlichung abläuft.



Und da erfuhr ich dann, dass Bücher normalerweise erst lektoriert werden und anschließend sogar noch ein Korrektorat erhalten. Es dürfen keine Fehler im Text bleiben – keine logischen Fehler, keine stilistischen Unschönheiten und keine Rechtschreib-, Zeichensetzungs- und Grammatikfehler.



Normalerweise bezahlt das der Verlag – wenn man einen Verlag hat.



Und was bilde ich mir als Buchleser jetzt ein, wo ich das weiß? Bücher haben keine Fehler.

Und dann fange ich an, einen Spiegelbestseller zu lesen … und finde Ecken, an denen die schließenden Anführungszeichen fehlen. Und es ärgert mich. Wie viele Augen haben den Text gelesen? Warum ist das bitte niemandem aufgefallen!



Im Vergleich dazu hatte ich aber letztens auch Bücher in der Hand, die im Selfpublishing erschienen sind. Auch da waren Fehler drin – aber die sind okay. Da denke ich mir: Gut, da hat das Geld nicht fürs Korrektorat gereicht. Ich spiele höchstens noch mit dem Gedanken, den Autor auf den Fehler hinzuweisen.



Aber wisst ihr, was noch viel schlimmer ist, als dass mich Verlagsbücher mit kleinen Fehlern aufregen?

Alte Bücher! Bücher, die vor der Rechtschreibreform erschienen sind.



Leute, ich bin so jung, dass ich NIE in meinem Leben „daß“ schreiben sollte. Wenn ich jetzt alte Bücher lese, springt mich dieses hässliche „Buckel-S“ an. (Heißt das eigentlich wirklich so oder ist das nur so ein Wort, was außer meiner Deutschlehrerin niemand verwendet?)

Mein nächster Wunsch ist es dann, das Wort durchzustreichen und richtig darüberzuschreiben. Doch im nächsten Schritt kommt auch schon die Angst: Wenn ich das weiterlese – werde ich mir dann diese falsche Rechtschreibung auch irgendwann angewöhnen?



Genau das will ich nicht. Wenn ich lese, will ich richtiges Deutsch vor mir haben, damit ich unbewusst nicht aus Versehen meine eigene Rechtschreibung verschlechtere.



Ich meine, meine Rechtschreibung und meine Grammatik sind so schon nichts, womit ich angeben könnte – und das wissen sicher alle, die meine Blogposts, Tweets oder gar Whatsappnachrichten lesen.

Aber gerade deswegen habe ich solche Angst davor, dass es noch schlimmer wird. Aber kann es eine Lösung sein, nur noch Bücher zu lesen, die nicht älter als ich sind?



Aber nicht nur sowas ist ein Problem. Manchmal hakt es auch an der Zeichensetzung oder am Inhalt selbst.

Als ich „Kennen Sie diesen Mann?“ las (haha, passenderweise habe ich das Wort gerade mit ß geschrieben …), fiel mir auf, dass der Autor ständig Kommas setzt, wo ich Punkte oder wenigstens Semikolons einsetzen würde. Und das regte mich so auf, dass ich das Buch am Ende sogar abbrach.

Und was den Inhalt angeht: Wenn Figuren am Beginn eines Romans lang und breit beschrieben werden, spiele ich jedes Mal mit dem Gedanken, das Buch einfach wegzulegen. Und wenn ich Informationen mehrfach im Verlauf der Geschichte bekomme, nervt mich das auch. Früher wäre es mir wahrscheinlich nicht mal aufgefallen.



Die Feststellung ist also: Andere Texte kann ich viel besser kritisieren, seit ich selbst schreibe. Aber meine eigenen Texte werden davon wohl auch nicht besser.


Kommentare:

  1. Oh, das geht mir auch so, dass mich Schludrigkeiten in Büchern ärgern: hier ein vergessener Buchstabe, da ein Satzzeichen auf Abwegen und manchmal dann auch noch eine schiefe Grammatik.
    Tatsächlich lese ich gerade genau so ein Buch - erschienen in einem normalen Verlag, also nicht via Self Publishing, und verfasst von einem Journalisten. Dem man auch anmerkt, dass er wirklich ein sehr feines Gespür für Sprache hat - umso ärgerlicher, dass so viele Fehler es in den Druck geschafft haben.

    Ich habe bisher nicht viele Bücher aus dem Self Publishing gelesen, aber da steckte wirklich jedes davon voller Fehler... was für mich mittlerweile wirklich ein Grund ist, solche Bücher nur noch ungern zur Hand zu nehmen.

    Interessant, dass dir das "ß" (hier heißt es "scharfes S") so zu schaffen macht. Mir fällt das tatsächlich gar nicht auf, wenn ich ältere Bücher lese.
    Vielleicht tröstet dich der Gedanke, dass es eigentlich ja gar kein "richtiges" Deutsch gibt... Sprache verändert sich, ist lebendig. Und jeder Versuch, sie mit Regeln festzuzurren, ist immer nur eine Momentaufnahme von wenigen Jahren.


    Liebe Grüße
    Anne

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  2. Also ich habe bisher auch nicht allzu viele Self-Publishing Bücher gelesen, aber unter denen, die ich las, waren einige wirklich gut korrigierte ohne Fehler (ohne Fehler, die ich bemerkt habe) und welche mit ein paar Fehlern. Es war alles noch im Rahmen. Und wie gesagt: Hier verstehe ich, dass nicht jeder tausende Euros ins Korrektorat investieren kann.

    Vielleicht habe ich einfach zu viele neuere Bücher gelesen - früher, also so mit 12-14 hat mich das ß auch weniger gestört. Ich wünschte, es gäbe richtiges Deutsch - also irgendwas, wonach man sich einfach zu richten hat. Ist doch gemein, wenn man jahrelang eine Schreibweise gelehrt bekommt und sie das dann einfach ändern, oder?

    Liebe Grüße

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